Umzug für den Job? Zwei richtig gute Tipps für die fundierte Gehaltsverhandlung

Wer bereit ist, für einen Arbeitsplatz bundesweit umzuziehen, muss nicht nur rechnen, sondern auch improvisieren. Denn was an tatsächlichen Kosten für den Lebensunterhalt am neuen Lebensmittelpunkt anfallen wird, ist vorerst noch eine unbekannte Größe – zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlungen mit einem neuen Arbeitgeber zumindest. Um Jobangebote prüfen und überregional vergleichen zu können oder einfach nur gut vorbereitet ins Vertragsgespräch zu gehen, braucht es mehr als nur eine Idee von den Lebenshaltungskosten und Gehaltshöhen am Zielort.

Eine vermeintlich satte Gehaltssteigerung entpuppt sich nicht selten als Fehleinschätzung. Schließlich ist Deutschland zwar ein einig Vaterland, hat aber regional erhebliche Unterschiede in Gehältern und Lebenshaltungskosten. Über solche regionalen Unterschiede schweigt sich sogar das deutsche Statistiker-Eldorado destatis.de aus, dem sonst sehr ergiebigen Zahlen- und Datenfundus des Statistischen Bundesamtes. Hin und wieder gibt es Lichtblicke, wie zum Beispiel die im Februar 2013 in der FAZ publizierte Erhebung zu regionalen Energie- und Wohnkosten. Solche Lichtblicke finden sich aber weder regelmäßig noch flächendeckend in gut zugänglichen Quellen.

Woher aktuelle Daten nehmen?  

 

Gehalt  Regional

Diese kleine, aber starke Übersicht habe ich bei Gehalt.de gefunden. Sie gibt die durchschnittlichen Jahresgehälter in einigen Metropolen wieder. Wer mit einem Berliner Durchschnittsgehalt und einer vermeintlich stolzen Gehaltssteigerung von 20 % nach München umzieht, hat tatsächlich schlecht verhandelt. Denn verglichen mit Alt-Münchenern liegt er plötzlich gut 5 % unter dem regionalen Durchschnitt. Dieselbe Rechnung, wieder mit verhandeltem Plus von nominal 20 %, ergibt beim Wechsel von Hamburg nach Frankfurt/Main eine Gehaltssteigerung von real lediglich 4,3 %. Bleibt die Gehaltshöhe gleich, beispielsweise beim Standortwechsel innerhalb desselben Unternehmens, ergeben sich folgende Relationen:

 

Umzug für den Job? Zwei richtig gute Tipps für die fundierte Gehaltsverhandlung

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten am neuen Wohnort?

Einen nützlichen Vergleich habe ich in dem Unicum.de Lebenskostenrechner entdeckt. Auf der Basis der von Studierenden in einer großen Zahl deutscher Hochschulstädten eingegebenen Daten lässt sich ein prozentualer Vergleich der jährlichen Lebenshaltungskosten ermitteln. Für die Metropolen aus der Gehalt.de-Tabelle ergeben sich folgende Werte:

  • Hamburg       10.672 Euro  
  • Köln                10.422 Euro  
  • Frankfurt       10.640 Euro  
  • München      10.661 Euro  
  • Berlin             10.099 Euro  

Auch wenn die hier dargestellten Zahlen aus einem studentischen Umfeld stammen: sie sind aufgrund der einheitlichen Lebenssituation und der Größe der Datenbasis durchaus auch für andere Situationen gültig. Wer in Berlin heute 2000 Euro im Monat für seine allgemeine Lebenshaltung ausgibt, dürfte nach einem Umzug in München etwa 2111 Euro ausgeben, eine Steigerung um 5,6 %. Durch den Umzug von Hamburg nach Frankfurt dagegen senken sich die Lebenshaltungskosten um etwa 0,3 %.