Mit dem Schuhtick bewerben

Karriereblogs können ganz schön unterhaltend sein. Dort las ich vor kurzem von dem Vorstellungsgespräch einer jungen Frau. Ihr wurde eine der klassischen Standardfragen im Vorstellungsgespräch gestellt, der  nach eigenen Stärken und Schwächen. Sie hatte bisher offenbar keine guten Erfahrungen mit dieser Frage gemacht, wollte sich von der Buzzwords nutzenden Mehrheit abheben. Antworten wir Pünktlichkeit, Hilfsbereitschaft oder Ungeduld waren ihr jedenfalls zu fade. Sie wollte unbedingt authentisch sein. Und das ist auch gut so. 

Deswegen hatte sie in einem Interview ihren „Schuhtick“ als Schwäche genannt. Zugegeben, mit ziemlicher Sicherheit ist diese Antwort hochgradig authentisch. Es mag auch durchaus einige Berufe geben, in denen sie ins Bewerbungsgespräch passt – als Model, in der Modebranche, vielleicht auch im Designfach. In der Logistikbranche oder einer Bank wäre sie mit dieser Antwort wohl nicht so gut angekommen.

Warum das? Ein authentisches Auftreten im Vorstellungsgespräch ist wichtig, um Glaubwürdigkeit und Vertrauen aufzubauen. Empathie aber genauso: sich in das Umfeld der angestrebten Position hinein zu denken, gehört auch in die Vorbereitung auf das Interview. Ein Bewerber punktet, wenn er die Anforderungen der Position aus der Darstellung von Unternehmen und Aufgabe erkennt und sich im Gespräch auf das bezieht, was er erkannt hat. Im Einzelfall heißt das, persönliche Eigenschaften zu filtern und nur die anzusprechen, die für die Bewerbung wesentlich sind. Für den Schuhtick gilt das ziemlich sicher nicht. 

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Bildnachweis: stokpic auf Pixabay

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