Ziele, Chancen und wie man sie ergreift

Da! Eine Bewerbung. Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, alles sauber und gut strukturiert aufgebaut. IT-Studium, viele Jahre Erfahrung in IT-Infrastruktur und Programmierung. Der Bewerber, Herr K., sagt im Anschreiben, er habe immer auch ein großes Interesse für das Thema IT-Training gehabt, er benutzt das Wort „Leidenschaft“, beschreibt sie ziemlich facettenreich und durchaus überzeugend. Und für einen Job als IT-Trainer bewirbt er sich nun.

Interessiert schaut der Personaler in Lebenslauf und Zeugnisse. Viel Fachkompetenz, die sich über die Jahre entwickelt hat und immer auf dem neuesten Stand gehalten wurde. Das Kenntnisprofil liest sich wie das Who-Is-Who der IT-Landschaft über die letzten 15 Jahre. Und die Arbeitszeugnisse? In Projekten auch unter schwierigen Bedingungen sehr gute Lösungen gefunden, sein strukturiert-analytisches Arbeiten wird hochgelobt.

Das Beherrschen von aktuellen fachlichen Inhalten kann man Herrn K. bei so viel Praxiserfahrung zweifellos zutrauen. Aber Präsentationsskills, Kommunikationskompetenz oder gar Trainingseinsätze bei Kunden oder im Kollegenkreis? Fehlanzeige, dazu schweigen sich die Arbeitszeugnisse aus. Ein Trainer muss vor allem aber vermitteln können.

Beim Blick in Herrn K‘s Profile bei XING, LinkedIn und Facebook findet sich tatsächlich ein Handball-D-Jugendtrainer bis zum Grundstudium,  die Teilnahme an Deutschen Brettspiel-Meisterschaften über mehr als ein Jahrzehnt. Ob er derjenige ist, der gerne diese oft komplizierten Spiele erklärt? Denn eine Leidenschaft für das Vermitteln punktet auch.

Doch für die ausgeschriebene Position als IT-Trainer ist das zu wenig. Wer eine Chance bekommen will, muss die passenden Kompetenzen und das Hinarbeiten auf das angestrebte Ziel über einen längeren Zeitraum belegen, erreichte Etappenziele inklusive.

Bei Herrn K. passt das nicht. Er täte gut daran, bei seinem aktuellen Arbeitgeber den Schwenk auf die Trainerlaufbahn zu vollziehen, diesen notfalls mit Vehemenz und Beharrlichkeit einzufordern. Oder in ein Unternehmen wechseln, das ihn in einer seiner aktuellen Position vergleichbaren einstellt, ihm die gesuchte Perspektive über die Zeit aber bieten kann. Mit einem Arbeitszeugnis, das ihm die Trainererfahrung samt guten Leistungen bescheinigt, wird der komplette Schwenk nach zwei, drei Jahren dann sicher machbar sein.