Vorsicht Kamera! Das Skype-Interview

Es spart Zeit und Geld, ist so authentisch wie ein Präsenzinterview: das #Vorstellungsgespräch per Webcam. Mit Skype und Laptop ist es leicht einzurichten, es wird immer beliebter und setzt auch in Deutschland langsam, aber sicher durch.

Soll das Vorstellungsgespräch als #Skype-Interview ablaufen, sollte die Vorbereitung genauso gründlich sein wie bei einem Präsenztermin. Das betrifft das Einholen von Informationen über das Unternehmen, die mentale Vorbereitung, genauso sehr aber auch das Outfit – der Dresscode ist einfach und schlicht derselbe wie in den Räumen des Unternehmens. Auch wenn es in der eigenen Wohnung stattfindet, es ist genau ernst zu nehmen.

Ihre ganz persönliche Internet-Präsenz

Unternehmen, die Skype-Interviews führen, nehmen sich meistens die Zeit, die Internet-Präsenz ihrer Bewerber zu sichten. LinkedIn und XING sind meistens unkritisch, Facebook, YouTube und Google+ können wahre Fundgruben für die Abseiten von ansonsten hochglänzenden Bewerberprofilen sein. Machen Sie sich klar, was der potenzielle Arbeitgeber von Ihnen auf diesem Wege erfahren haben könnte. Gewappnet ist, wer sich der Auswirkungen dieser Informationen bewusst gemacht und sich in die Lage des Interviewpartners hinein versetzt hat.

 
Skype-Interview
 

Raumwirkung

Mit dem Skype-Interview betritt der potenzielle Arbeitgeber fast Ihr Zuhause. Daher lohnt es sich, den Standort der Kamera sorgfältig auszuwählen. Stellen Sie Ihren Laptop wie gewohnt auf den Schreibtisch oder doch besser ins Wohnzimmer, im Hintergrund ein attraktives Wandbild? Der sichtbare Bereich sollte aufgeräumt, gut strukturiert und sauber sein. Ihr Gesicht sollte vor dem gewählten Hintergrund gut erkennbar sein und nicht im Schatten liegen. Aufschluss gibt ein Test im privaten Umfeld einige Tage vorher. Lassen Sie sich in der Wirkung von einer Person Ihres Vertrauens beraten!

Neben der optischen sollte auch die akustische Raumwirkung bedacht werden. Nicht nur, was eine insgesamt gute Verständlichkeit angeht, hilft hier wieder der Test mit einer Vertrauensperson. Straßen- oder Baulärm, Handyklingeln, Hundegebell, Kindergeschrei mögen Sie selbst in heimischer Umgebung gar nicht mehr wahrnehmen oder sogar ganz nett finden. Ihr Gesprächspartner wird das wahrscheinlich anders sehen. Das Handy rechtzeitig auszuschalten und den Hund zum Gassigehen zu schicken, zahlt sich aus.

Kamera-Position

Wenn Ihr Laptop vor Ihnen auf dem Tisch steht, blicken Sie nach unten bei möglicherweise leicht vorgebeugter Körperhaltung. Die Kamera erfasst in dieser Position gnadenlos jeden Anflug von Doppelkinn und Tränensäcken, zaubert unvergleichliche Schattenreize in Ihr Gesicht. Vergleichen Sie das doch einmal mit einem Nachrichtensprecher im Fernsehen – Blick leicht nach oben, gut ausgeleuchtet bei gerader Sitzposition. Genau diese Haltung macht Sie für ihren Gesprächspartner charmant und angenehm. Nun beginnt das Experimentieren: Höhe der Kamera, passender Stuhl, Tisch ja oder nein? Idealerweise ist nicht nur Ihr Gesicht im Bild, sondern durchaus der ganze Oberkörper, so dass neben der Mimik auch Ihre Gestik für Ihren Gesprächspartner erkennbar wird.

Hier lohnt sich die ausführliche Vorbereitung, damit der erste Eindruck sitzt.

Blickkontakt! 

Zugegeben – in eine Kamera zu blicken ist für Ungeübte eher schwierig. Im Präsenzinterview sehen Sie Ihren Gesprächspartner direkt vor sich, so dass das Halten von Blickkontakt nicht schwerfällt. Im Skype-Interview wollen die Augen immer wieder in Richtung der auf dem Tisch als Gedankenstütze zurechtgelegten Unterlagen oder über die Kamera hinweg ausweichen. Deswegen der Tipp: wie auch im Präsenztermin die Unterlagen erst gar nicht bereitlegen und die Augen vorab für den beständigen Blick in das Kameraauge trainieren.

Tabu sind…

  • Lassen Sie Getränke weg, auch wenn sie sonst an Ihren Arbeitsplatz immer dabei sind
  • Unterlagen, die eventuell durch Rascheln stören könnten. Das gilt übrigens auch für die kluge Idee eines Flipcharts als Orientierungshilfe – bloß nicht blättern!
  • Anwesende im Raum, die das Gespräch stören könnten
  • Türklingeln – stellen Sie das Läutewerk vorher sicherheitshalber ab, soweit es sich in Hörweite befindet

 

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