5 Social Recruiting Tipps aus der Personalberatung-Praxis

Am 1. August hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Doch in Deutschland sind immer noch zehntausende Ausbildungsstellen unbesetzt. Was für Schulabgänger nach einer komfortablen Situation aussieht, ist für Unternehmer ein Problem. Wenn der Nachwuchs ausbleibt, ist nicht allein der demografische Wandel schuld. Vor allem die Tatsache, dass heute ein Studium der betrieblichen Ausbildung den Rang abläuft, macht die Suche nach Azubis zur Suche nach der Stecknadel in Heuhaufen. Dass eine Ausbildung beste Perspektiven bietet, erschließt sich nicht von allein. Wenn Schulabgänger fernbleiben, müssen Ausbildungsbetriebe sich halt auf den Weg machen und ihr Angebot den heiß Begehrten nahebringen. Was können Unternehmen tun, um doch noch ein paar Schulabgänger zu motivieren, die Ausbildung im eigenen Betrieb aufzunehmen? Mit Social Recruiting kann es klappen.

Praxistipp Nr. 1: Zeigen Sie klare Kante als ausbildendes Unternehmen!

Ihr Internetauftritt hat eine Karriereseite? Das ist gut. Denn jeder, der Ihr Unternehmen kennt und nach einem Ausbildungsplatz Ausschau hält, wird dort fündig. Doch was ist mit all jenen Schulabgängern, die Ihr Unternehmen schlicht nicht kennen? Ohne Wegweiser finden Sie niemals dorthin. Um diese Gruppe zu erreichen, müssen Sie handeln und Wegweiser bauen und etwas für Ihre Sichtbarkeit tun. So zum Beispiel wecken Sie Neugier: Nutzen Sie Schülerzeitungen. Zugegeben, für dieses Ausbildungsjahr ist das zu spät. Für das nächste können Sie vorarbeiten: Bitten Sie Ihre Azubis, einen kleine Geschichte über ihren Alltag zu schreiben. Auch die Vorstellung eines Azubi-Betreuers oder der Bericht über Firmenevents sind spannendes Futter, das die Neugier von Schülern todsicher weckt. Beispiele zum Abschauen finden Sie unter den folgenden Links:

https://rise-personalberatung.com/warum-twinsoft

https://rise-personalberatung.com/fabian-einarbeitungszeit-twinsoft

https://rise-personalberatung.com/arbeitgeberprofil-twinsoft#story

Auch Regionalzeitungen sind geeignete Medien. Neben den Schülern selbst eignen sich Eltern als Zielgruppe. Die Themen können durchaus dieselben sein wie in Schülerzeitungen, wenn sie um elternspezifische Botschaften erweitert werden.

Oder auch Soziale Netzwerke, zum Beispiel Xing. Themenspezifische Gruppen bietet die Möglichkeit, eine Zielgruppe punktgenau anzusprechen. Viele Schüler nutzen die Gruppe Xing Studenten, in der neben Schülern auch andere Nichtstudenten Mitglied werden können. Das gilt auch für Arbeitgeber und Ausbildungs­verantwortliche. Zusätzlich bieten die Xing-Regionalgruppen Zugang zu den Eltern von Schulabgängern. Aber auch Twitter und Google Plus sind geeignete Medien; die Nutzung von Hashtags ist schnell erlernt.

Praxistipp Nr. 2: Schalten Sie informative, auf die Zielgruppe Schulabgänger zugeschnittene Stellenanzeigen!

Schüler interessieren sich weniger für die Erfolgsgeschichte Ihres Unternehmens. Dagegen wecken Episoden, die ihren späteren Berufsalltag spiegeln, Neugier und Interesse. So können Schüler viel besser einschätzen, ob das Angebot den eigenen Neigungen entspricht für den Einstieg in die Arbeitswelt passt. Auch wenn diese Stellenanzeige thematisch etwas anders liegt, dieses Beispiel zeigt doch, worum es geht:

https://rise-personalberatung.com/job/sw-entwickler-cloudapp

Es ist nicht ganz trivial, eine Stellenanzeige aus der Perspektive der Zielgruppe zu formulieren. Azubis finden oft die besseren Worte. Scheuen Sie sich daher nicht, Ihre Junioren um Unterstützung zu bitten.

Praxistipp Nr. 3: Laden Sie zum Probe- und Schnupperarbeiten ein!

Erfahrungsgemäß möchten Schüler beim Probearbeiten nicht nur zuschauen, sondern selber etwas tun, das erkennbar der Wertschöpfung des Unternehmens dient. Dazu reicht schon das Lösen einer kleinen Aufgabe. Motivieren Sie den Schüler anschließend, Fragen zu stellen. Ihm einen aktuellen Azubi an die Seite zu geben, wirkt gleich doppelt positiv: Der Azubi wird diese Rolle als Wertschätzung erleben und sich von seiner besten Seite zeigen. Für den Schüler ist diese Kontaktperson weniger fern. Zwischen diesen beiden entsteht schnell und sicher Vertrauen, die Basis einer emotionalen Bindung an Ihr Unternehmen.

Aber wie spricht man diese Einladungen aus? Wieder sind Schüler- und Regionalzeitungen gute Plattformen, um das Angebot zu platzieren. Aber auch Elternabende der Abschlussklassen bieten sich an: Wer hier ein paar Minuten über sein Ausbildungsangebot spricht, erreicht mit wenig Aufwand die richtige Zielgruppe, sogar mit Flüstereffekt.

Praxistipp Nr. 4: Halten Sie den Kontakt, vor allem nach dem Probearbeiten!

Die Arbeitswelt ist für Schulabgänger noch neu. Daher muss die im Probearbeiten aufgebaute Nähe lebendig gehalten werden. Regelmäßigkeit ist dabei ebenso unerlässlich wie aussagekräftige Botschaften. Hier und da Alltagsgeschichten von Azubis, Einladungen auf eine Tasse Kaffee im Büro oder zu Veranstaltungen. Messeberichte, Fortschritte um das Thema der Probearbeit sind ein paar Ideen. Irgendwann ist vielleicht auch die Zeit gekommen, den Ausbildungsplatz anzubieten. E-Mail und Telefon sind geeignete Medien für diese Botschaften. Wenn Sie wissen, dass Ihr Kandidat soziale Medien nutzt, ist dieser Kanal ideal, um ein Arbeitsangebot zu machen. Vielleicht garniert mit dem Foto der neuen Kollegen – warum eigentlich nicht? Die Kumpels Ihres neuen Azubis werden jedenfalls staunen, mindestens. Und Sie über einen warmen Regen an Initiativbewerbungen.

Praxistipp Nr. 5: Seien Sie mutig: setzen Sie auf Potenzial!

Hand aufs Herz: Überflieger unter den Schülern werden zum Sommerferienbeginn längst ihren Ausbildungsplatz gesichert haben. Auch wenn Schulnoten aussagekräftige Indizien für die Leistungsfähigkeit eines Azubis sind, sie sind nicht alles. Wenn Sie mit den vier ersten Tipps das Interesse des Kandidaten gewinnen konnten, durch menschliches Miteinander authentisches Interesse gezeigt und Vertrauen aufgebaut haben, dann haben sie die optimale Basis zum Aufbau eines zukünftigen Leistungsträgers geschaffen. Denn Wertschätzung ist die Basis einer belastbaren Motivation. So entsteht Neugier, aus der Lernbereitschaft erwächst. Und das ist es doch, was einen guten Azubi ausmacht, oder?

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