Sind Sie teamfähig?

Ich kenne niemanden, der diese Frage mit nein beantwortet. Sie? Zwar sind mir schon interessante Antworten begegnet wie „Solange ich der Kopf des Teams bin: ja!“ oder „wir können zwar im Team musizieren, aber komponieren kann nur einer allein“. Aber niemand erklärt sich gern zum freiwilligen Robinson Crusoe der Arbeitswelt, das ist einerseits nicht salonfähig, andererseits in Zeiten schlanker Organisationen nur wenig zielführend.

Das ist auch gut so, denn wir Menschen sind bekannter Weise Mängelwesen: Wir brauchen einen, der unser Haus baut, einen anderen, der uns Kleider und Schuhe fertigt; Ananas mögen auch die Nordlichter unter uns.

Fast alles gelingt im Team besser, gerade weil sich Menschen ergänzen. Und deswegen sind heterogen besetzte Teams viel effektiver als solche aus weitgehend gleichartigen Menschen. Solche Teams mögen mehr zu eitel Sonnenschein neigen, einander zunicken bei jeder Gelegenheit. Aber aus der Unterschiedlichkeit entsteht Kreativität, und genau die ist gewünscht. Der Physiker sagt dazu: Reibung erzeugt Wärme. Interessanterweise wachsen einem – gerade – solche Kollegen ans Herz, mit denen man schon einmal um eine Lösung gerungen hat.

Aus der Welt des großen Vereinssports kennt man das: da ist einer Mittelmaß, wechselt zum richtigen Verein und wird dort ein ganz Großer – gefördert und gefordert im richtigen Maß. In manchem Team wird die graue Maus zur tragenden Figur, weil sie eher als andere sieht, was zu tun ist. Oder der visionäre High Flyer: Seine „Spinnereien“ werden dank des Korrektivs aus pragmatischen Praktikern und kostenrechnenden Realisten zu tragfähigen Geschäftsideen.

Wenn die Frage ganz oben aber sowieso immer mit Ja beantwortet wird, warum ist sie dann so wichtig? Weil sie eigentlich nur eine Art Einstiegsfrage ist. Wo wir schon beim Thema sind: Haben Sie einmal überlegt, welche Position Sie im Team immer wieder einnehmen? Mögen Sie Teamarbeit? Was ist denn daran so schön? Auch wenn es beim Team um das Wir geht, es ist nicht dumm, hier beim Ich anzufangen.