Lebenslauf: keiner für alle Fälle

Für die Erstellung des Lebenslaufes finden sich im Internet reichlich Vorlagen, gute Tipps gibt es in Foren, Ratgebern und Fachliteratur zuhauf.
Dass der Lebenslauf chronologisch, aber zeitlich „falschherum“ aufgebaut sein muss, hat sich allgemein herumgesprochen. Das gilt auch für die Länge des Werdegangs, der auf  zwei bis drei Seiten von Schulabschluss bis zur aktuellen Tätigkeit zusammengefasst wird.

Ob Freizeitaktivitäten, persönliche Daten wie Familienstand, Geburtsdatum oder ein Foto hineingehören, ist durchaus Geschmackssache, über die sich streiten lässt. Bei Falsch oder Richtig hört man am besten auf das eigene Bauchgefühl.
Auch wenn der so gut strukturierte und aussagekräftige Lebenslauf zuerst einmal die Person vorstellt, gehört noch mehr hinein. Was genau, entscheidet die Position, um die sich der Bewerber bemüht.

In jedem Fall ist die Beschreibung der Aufgabenbereiche pro Station des Werdeganges Pflicht. Nur so kann das Unternehmen einen ersten Eindruck der Kompetenzen eines Bewerbers gewinnen. Bei der Entscheidung, welche Aufgaben genannt, komprimiert dargestellt oder gar weggelassen werden sollten, hilft ein Blick in die Ausschreibung der Wunschposition.

Soll eine Fachkraft eingestellt werden, wird sich der Leser des CV fragen, ob die Skills des Bewerbers den Anforderungen der Position gerecht werden. Die eigenen Skills tabellarisch aufgelistet, idealerweise nach Themengruppen geordnet und mit Kenntnis-Leveln ergänzt, beantworten diese Frage perfekt. Als Level eignen sich beispielsweise die Stufen Experte – Gut – Basis. Finden sich diese Skills auch in den Zeugnissen wieder – perfekt! Sollte dieser Abgleich negativ ausfallen, ist der Bewerbungsmappe eine Papierkorbkarriere schon fast vorgezeichnet. Zertifikate sind mögliche Ergänzungen, aber kein Muss. Gerne gesehen sind Links, auf die das Unternehmen zugreifen kann, um sich die Zertifikate bei Bedarf anzuschauen.
Wer sich um eine Position mit Projektbezugbewirbt, tut gut daran, seine Projekterfahrung aufzulisten. Ist die Projektliste sehr lang, darf es auch gerne eine Auswahl sein, die die Erfahrung auf das für die ausgeschriebene Position Wesentliche begrenzt. Weniger ist mehr, eine Auswahl punktet verlässlicher als Vollständigkeit. Die Projekte sollten übersichtlich mit Thema, Umfang, eigener Rolle und persönlichen Erfolgen („Achievements“) beschrieben werden, die Tabellenform eignet sich gut dazu.

Noch wichtiger werden persönliche Erfolge bei Führungspositionen. Aber bitte beim Stichpunktstil bleiben – ganze Sätze haben im CV nichts zu suchen, eine sachlich-präzise Wortwahl ist dagegen wichtig, um zu überzeugen. Apropos – Überzeugungskraft ist für Führungskräfte allemal ein wesentliches Soft Skill. Wer seinen Werdegang eher rollenbasiert darstellt („Prokura“, „Teamgröße x Personen“, „Leitung der Abteilungen a, b und c“), verliert. Viel überzeugender kommen Erfolgsdarstellungen à la „Kostenreduktion um 0,3 Mio €“ oder „Integration beider Standorte gemäß Konzept abc“ daher. Es empfiehlt sich, diese Erfolge direkt in den Stationen des Werdeganges unterzubringen statt sie in einer separaten Tabelle auszulagern – so ist ihr Überzeugungspotenzial am größten.