Gegen das Bewerbungschaos: Selbstorganisation mit Evernote

Wer seine ToDo’s effizient gestalten kann, ist klar im Vorteil. Das gilt zum Beispiel für Katharina Lewald, vor einem Jahr noch Berufsstarterin auf Jobsuche, heute Mitgründerin des Startups Rehype.it und schon lange passionierte Bloggerin.Aus ihrer Erfahrung mit Evernote im Bewerbungsstress ist der heutige Artikel entstanden. Vielen Dank, liebe Katharina Lewald, für diesen Gastbeitrag!

 

Evernote

Bewerben war noch nie so einfach – mit Evernote! Bewerben Sie sich für sehr viele Stellen parallel und haben das Gefühl den Überblick zu verlieren? Oder suchen Sie nach einer Möglichkeit Rechercheergebnisse zu Ihrem Wunschunternehmen zu speichern? Vielleicht möchten Sie auch interessante Stellenanzeigen archivieren? In diesem Artikel gebe ich Ihnen Tipps und mache Ihnen Vorschläge, wie Sie all das und noch mehr mit Evernote erreichen können. Bewerben war noch nie so einfach – und ein kleines Tool wird Ihnen dabei besonders helfen!

Was ist Evernote?

Evernote ist nichts weiter als ein Notizbuchprogramm – aber ein sehr mächtiges: Es bietet umfangreiche Funktionen um Texte, Bilder und anderen Medienformate zu sammeln und zu organisieren. Da Evernote so viele Features hat, gehe ich hier nur kurz auf die wichtigsten Grundfunktionen ein.

Grundfunktionen und Stärken von Evernote

Der allergrößte Vorteil bei der Nutzung von Evernote ist, dass das Programm auf diversen Systemen läuft: Windows, Mac, Android, iOs – für jedes System gibt es die entsprechende App. Damit einher geht die wahnsinnig gute Synchronisierung: Fügt man beispielsweise auf dem PC eine Notiz ein, ist sie wenige Sekunden später auch auf dem Smartphone abrufbar. Dadurch kann man jederzeit und von jedem Ort aus auf seine gesammelten Notizen zugreifen. Voraussetzung ist allerdings immer eine Internetverbindung – es sei’ denn, man bucht Evernote Premium. Aber dazu später mehr. Neben der eben erwähnten Synchronisierungsfunktion ist auch das Erstellen und Verwalten von Notizen kinderleicht: Evernote bietet sehr viele Formatierungsmöglichkeiten für Texte. Auch lassen sich Checklisten anlegen, Medien wie Bilder, Audioaufnahmen oder PDFs einbinden und vieles mehr. Ebenfalls kann man Tabellen als Notizen speichern. Auch interessant dürfte für viele die Möglichkeit sein Notizen als PDF abzuspeichern oder als Bildschirmpräsentation ablaufen zu lassen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Funktionen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen kann. Evernote ist grundsätzlich kostenlos, egal auf wie vielen Geräten man es nutzt. Im kostenlosen Account inklusive ist ein Datentransfervolumen in Höhe von 60 MB pro Monat. Wenn man viele Bilder und größere Dateien in Evernote verwaltet und die Daten auf vielen Geräten synchonisieren lässt, reichen die 60 MB möglicherweise nicht. Ich jedoch, die ich hauptsächlich Texte in Evernote speichere, komme ohne die Premium-Version aus. Die Premium-Version von Evernote bietet einige tolle Features: Die wichtigsten sind das erhöhte Datentransfervolumen in Höhe von einem Gigabyte monatlich, sowie die Möglichkeit Notizen auch offline auf mobilen Geräten lesen zu können. Außerdem lässt sich in der Premium-Variante die Werbung abschalten. Evernote Premium kostet 4,99 Euro monatlich oder 39,99 Euro bei jährlicher Zahlungsweise.

Schwächen von Evernote

Evernote hat nur sehr wenige Schwächen:Zum einen, wie schon erwähnt, dass man für das Lesen der Notizen immer eine Internetverbindung braucht – es sei denn, man bucht die Premium-Variante. Außerdem kann der große Funktionsumfang, den ich so liebe, gerade für Einsteiger eine Hürde bei der Einarbeitung sein. Das war es aber auch schon.

Bewerbungsmanagement mit Evernote: Überblick behalten

Diese Möglichkeit ist vor allem dann nützlich für Sie, wenn Sie sich auf sehr viele Stellen parallel bewerben. Legen Sie zuerst ein Notizbuch an, beispielsweise mit dem Namen „Bewerbungen“. Darin erstellen Sie eine Notiz. Sie können sie vielleicht „Überblick“ oder „Beworben bei“ nennen. In der Notiz legen Sie eine Tabelle an, die folgende Spalten enthält: Durchlaufende Nummer, Unternehmen, Stellenbezeichnung, Referenznummer, Datum der Bewerbung, Ergebnis, Notizen. Sobald Sie eine Bewerbung rausgeschickt haben, tragen Sie alle Daten zur Bewerbung in die Tabelle ein. Die durchlaufende Nummer dient vor allem der eigenen Motivation, da Sie hierdurch schnell sehen werden wie viele Bewerbungen Sie geschafft haben. Sollte Sie diese Zahl eher frustrieren, lassen Sie sie einfach weg. Weiterhin tragen Sie den Namen des Unternehmens ein, bei dem Sie sich beworben haben, sowie die Stellenbezeichnung, die Referenznummer (falls es eine gibt) und das Datum Ihrer Bewerbung. Das Feld „Ergebnis“ füllen Sie anfangs aus mit „beworben“ oder „offen“. Sollten Sie eine Runde weiter kommen und vielleicht zu einem Telefoninterview eingeladen werden, tragen Sie später „Telefoninterview“ ein. Unter „Notizen“ bleibt Platz für etwaige Anmerkungen oder Fragen. Diese Tabelle bietet mehrere Vorteile: Wie schon der Name sagt, dient sie dazu den Überblick zu behalten. Sollte sich ein Unternehmen erst mehrere Wochen nach Ihrer Bewerbung zurückmelden, Sie vielleicht sogar unerwartet anrufen, können Sie unabhängig Ihres Aufenthaltsortes noch mal nachschauen für welche Position Sie sich beworben haben und wie lange das Ganze schon her ist. Außerdem kann so eine Tabelle der Motivation dienen – dies ist aber sehr typenabhängig. Probieren Sie es einfach aus. Natürlich können Sie diese Tabelle mit anderen Spalten erweitern. Passen Sie sie einfach nach Ihren Vorstellungen an. Ergänzen Sie beispielsweise noch den Ansprechpartner, an den Sie sich mit Ihrer Bewerbung gewandt haben, oder verlinken Sie die jeweilige Stellenausschreibung, damit Sie hierauf später noch mal Zugriff haben. Ebenso können Sie Kontaktdaten oder andere Dinge ergänzen – ganz so wie es für Sie und Ihre Situation am besten passt.

Stellenanzeigen speichern und taggen

Beim Durchforsten der unzähligen Stellenbörsen finden Sie nicht nur eine Stelle, auf die Sie sich bewerben möchten, sondern vielleicht fünf auf einmal. Wie behalten Sie jetzt den Überblick? Mit der Browser-Erweiterung Evernote Web Clipper können Sie die gefundenen Stellenanzeigen direkt in Evernote speichern. Das Speichern von Stellenanzeigen in Evernote hat für Sie den Vorteil, dass Sie sie später wieder raussuchen und sich dann bewerben können. Sollten Sie später zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden, haben Sie die jeweilige Stellenanzeige noch parat und können damit arbeiten. Außerdem können Sie die Ausschreibungen mit der soeben erwähnten Überblickstabelle verknüpfen. Die Vorgehensweise ist ganz einfach: Installieren Sie den Evernote Web Clipper in Ihrem Browser. Finden Sie eine interessante Stellenausschreibung, klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste irgendwo in die Seite und dann auf „Evernote Web Clipper —> Ganze Seite ausschneiden“. Sobald Evernote die Seite ausgeschnitten hat, geht oben rechts in der Ecke Ihres Browsers ein kleines Fenster auf. Hier sollten Sie die Möglichkeit nutzen direkt passende Tags zu vergeben. Bevor Sie mit dem Speichern von Stellenanzeigen in Evernote beginnen, überlegen Sie sich ein Schlagwort-System: Sie können die Stellenanzeigen mit dem Namen des Unternehmens taggen oder mit dem Namen der Stellenbezeichnung. Ich empfehle jedoch den Tag „Stellenanzeige“, denn sicher werden Sie bald noch mehr mit Evernote verwalten wollen. Außerdem hat Evernote eine tolle Suchfunktion, sodass Sie einzelne Stellenanzeigen ohne Probleme anhand von Suchworten finden können.

Unterlagen verwalten

Natürlich können Sie auch Unterlagen wie Ihre Zeugnisse, Empfehlungsschreiben, Anschreiben und Lebensläufe in Evernote speichern. So haben Sie jederzeit von überall aus Zugriff auf die Dokumente – ähnlich wie bei der Verwendung von Dropbox. Der Vorteil von Evernote ist hier, dass Sie beispielsweise Anschreiben als Notizen, also als Texte speichern können: Legen Sie zum Beispiel ein Notizbuch namens „Anschreiben“ an und kopieren Sie jeweils ein individuell verfasstes Anschreiben in eine neue Notiz. Sobald Sie sich an eine ältere, gute Bewerbung erinnern und daraus Textbausteine entnehmen wollen, ist das in wenigen Klicks möglich – ohne, dass Sie umständlich auf Ihrer Festplatte nach den alten Anschreibentexten suchen müssen.

Weitere Tipps und Ideen

Die Möglichkeiten Evernote für Ihr Bewerbungsmanagement zu nutzen sind schier grenzenlos. Sie könnten auch eine Liste mit Unternehmen erstellen, für die Sie gerne arbeiten möchten – wenn Sie mögen direkt mit Begründung und Ideen für Ihre Initiativbewerbung. Oder vielleicht fallen Ihnen unterwegs ein paar gute Sätze für Ihre nächste Bewerbung ein? Am besten direkt in Evernote notieren, bevor Sie sie wieder vergessen. Finden Sie online gute Beispielbewerbungen, können Sie auch diese in Evernote archivieren, um bei Bedarf darauf zurückzukommen. Oder Sie möchten eine besonders tolle Bewerbung verfassen: Recherchieren Sie über das Zielunternehmen und speichern Sie alles, was Ihnen für Ihre Bewerbung weiterhelfen kann, in Evernote. Nutzen Sie dafür auch wieder das kleine hilfreiche Tool Evernote Web Clipper. Sie werden es lieben! Ebenfalls können Sie Bewerbungsgespräche in Evernote auswerten, ähnlich wie in einem Tagebuch: Schreiben Sie auf wie Sie das Gespräch empfunden haben und was Ihnen gut gelungen ist. Natürlich können Sie ebenso festhalten welche Fragen Ihnen gestellt wurden oder in welchen Situationen im Bewerbungsgespräch Sie vielleicht nicht geantwortet oder reagiert haben wie Sie sich das vorgestellt hatten. Diese Selbstreflexion wird Ihnen dabei helfen, Ihre nächsten Bewerbungsgespräche mit Bravour zu meistern.

Fazit und meine Empfehlung

Sie sehen: Evernote kann Ihnen in vielerlei Hinsicht bei Ihrem Bewerbungsmanagement helfen. Meine Empfehlung ist: Probieren Sie es einfach aus, es kostet Sie nichts außer ein wenig Zeit. Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die produktiver und mit mehr Spaß an Aufgaben herangehen können, sobald Sie sie irgendwie organisieren, aufschreiben oder in eine Struktur bringen – genau dann hilft Evernote Ihnen ganz bestimmt. Haben Sie weitere Ideen für das Bewerbungsmanagement in Evernote? Hinterlassen Sie einen Kommentar und geben Sie Ihre Tipps an andere Leserinnen und Leser weiter. Gern beantworte ich Ihnen auch Fragen zum Thema Bewerbungsmanagement mit Evernote.

 

Katharina Lewald

zur Gastautorin: Katharina Lewald gibt auf ihrem Blog „Bloggen für schlaue Frauen“ Tipps zu den Themen Blogging, Blog Marketing und Zeitmanagement. Hauptberuflich beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Online Marketing. Zuvor machte sie ihren Abschluss in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Ihre Spezialitäten sind (Corporate) Blogging, Social Media Marketing und Public Relations. 

 

Bildnachweis: olly – fotolia.com / Lewald privat