Bewerbung: der Lebenslauf oder Heute bin ich ein Buch

Das Anschreiben ist ein ganz wichtiger Teil der Bewerbung. Wie geschliffen formuliert der Bewerber? Sind Rechtschreibung und Formatierung in Ordnung?  Das Anschreiben es die Visitenkarte des Bewerbers in DIN A4-Format. Bewerben ohne Anschreiben geht gar nicht.

Personalabteilungen legen viel Wert auf das Anschreiben. Fachentscheider dagegen bewerten den Lebenslauf oft höher. Nicht selten geht das Anschreiben auf dem Weg durch die Entscheidungsinstanzen verloren. Schade nur, dass damit auch die Selbstpräsentation des Anschreibens auf der Strecke bleibt. Was kann ein Bewerber tun, um diese Selbstpräsentation sicher bis in die Fachabteilung zu retten? Er verpasst seinem Lebenslauf ein Titelblatt, ganz einfach und sehr wirkungsvoll.

Dieses Titelblatt kann man mit dem Einband eines Buches vergleichen. Es soll neugierig machen auf den Inhalt, auf die Person dahinter. Damit es sicher seinen Weg durch die Instanzen nimmt, hilft ein Trick: die Kontaktdaten auf dieser Seite und nicht im Inneren des Lebenslaufes unterbringen. Hier können Bewerber sich attraktiv machen für die angebotene Position, komprimiert und unübersehbar, denn der Lebenslauf wird gelesen, todsicher. Machen wir dieses Titelblatt jetzt mal zum Appetizer:

Bewerbung: der Lebenslauf

Das großformatige Foto (in etwa halbe Postkartengröße, DIN A7) dient als Eyecatcher und hilft beim Wiederauffinden. Personalentscheider lesen Dutzende von Bewerbernamen, die schnell vergessen werden, aber ein einprägsames Foto findet sich per Daumenkino auch im dicksten Bewerbungsstapel wieder. Eine ansehnliche Titelseite wirkt zudem motivierend wie die Verpackung eines Schokoriegels.

Das Wichtigste aber sind die Spiegelpunkte unter dem Bild. Dieser Text ist die persönliche Elevator Pitch: Was kann ich gut? Was macht mich aus? Was hat mein neuer Arbeitgeber von mir?

Dabei sind einige Dinge wichtig, damit die Elevator Pitch überzeugend wirkt:

  • Nie mehr als fünf oder sechs Spiegelpunkte auflisten. Die menschliche Aufmerksamkeit erfasst maximal sieben solcher Punkte. Das braucht nicht bis ans Ende ausgereizt werden, weniger ist hier wieder mal mehr.
  • Personalentscheider lesen und bewerten Bewerbungen im Licht der ausgeschriebenen Position. Deswegen ist es wichtig, Kernaussagen der Job Description aufzugreifen. In diesem Text sind es: Webentwicklung und die genannten Tools, „harte Nüsse knacken“, “Lösungsmuster entwickeln”, nachweisbare Erfolge, hohe Einsatzbereitschaft.
  • Der Verweis auf Zeugnisaussagen ist ein guter Schachzug, persönliche Eigenschaften glaubhaft zu machen. So klingen Sie nicht nach Selbstbeweihräucherung, sondern werden zu unabhängigen Belegen für Kompetenz. Es versteht sich von selbst, dass der Verweis dem Lesen der Arbeitszeugnisse standhalten muss, damit er wirkt.
  • Nicht immer müssen Schlüsselwörter und Kernaussagen 1:1 wörtlich in den Text einfließen. Ein gründliches Studium des Jobinserats und der Unternehmenswebseite hilft dabei, die Philosophie des Arbeitgebers zu ergründen. In diesem Beispiel wird die Arbeitsphilosophie der Bewerberin klar und transportiert so die Botschaft zwischen den Zeilen: Ich passe zu euch!


Zum Schluss noch ein wichtiger Punkt: eine solche Elevator Pitch ist so individuell wie Sie und die Position, auf die Sie sich bewerben. Auch wenn es nur ein paar Zeilen sind: Nehmen Sie sich Zeit fürs Nachdenken, was Sie für diese Stelle zu bieten haben, was das Unternehmen im Kern sucht und was von dem Positionsinhaber erwartet wird. Eine gute Elevator Pitch braucht schon mal ein, zwei ganze Tage, bis ihre Aussagekraft sitzt

Der Aufwand lohnt sich. Denn die Elevator Pitch hat das Potenzial, Sie als Bestseller aus der Masse der Bewerbungen heraus zu heben. Sie gewinnen wahrscheinlich nicht den Literatur-Nobelpreis, aber vielleicht Ihren Traumjob. Und das ist doch schon eine ganze Menge. 

Und was ist, wenn die Elevator Pitch so gar nicht aus dem Kugelschreiber fließen will? Dann könnte das ein Zeichen sein, dass dieser Job doch nicht wirklich passt.

 

 

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