Bewerbung, gut vorbereitet

Am Jahresanfang fallen gute Vorsätze besonders dicht. Schlechte Gewohnheiten ablegen, mehr Sport, mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens – und manchmal eben auch, endlich die Suche nach einem neuen Job anzugehen.
Aber was soll es sein? „Irgendwas mit Medien“? „Endlich genug Geld verdienen“? „Mich selbst verwirklichen“? Wer einen solchen Wunsch hat, weiß oft schon ziemlich genau, wie der neue Job aussehen soll und was auf keinen Fall drin ist – zumindest auf der Bauchgefühl-Ebene.
Vom Bauchgefühl bis zu einer aussagefähigen Bewerbung ist ein weiter Weg – nicht zuletzt, weil man sich selbst in allen Facetten kennt und diese nun auf das für den Bewerbungsprozess Wesentliche einkochen muss. Die folgenden Schritte können dabei sehr hilfreich sein.

 

Schritt 1: Was macht mich aus? 

Schreiben Sie auf: was kann ich gut? Was mache ich gerne? Welche besonderen Erfahrungen, Erlebnisse und Gegebenheiten haben mich geprägt? Wenn Sie meinen, eine vollständige Liste zusammen zu haben, entfernen Sie alles, was für einen neuen Job vermeintlich entbehrlich ist. Dabei können durchaus auch solche Aspekte erhalten bleiben, die vordergründig nichts mit Ihrem Beruf zu tun, für Sie aber einen hohen Stellenwert haben – und deswegen in Zukunft durchaus beruflich verwertet werden dürfen. Streichen Sie lieber zu wenig als zu viel, zumindest in diesem ersten Schritt.

 

Schritt 2: Reflexion und Abgleich

Nehmen Sie die Liste immer wieder zur Hand, sprechen Sie mit Personen darüber, denen Sie vertrauen bzw. die Sie gut kennen und verfeinern Sie Ihr Ergebnis. Suchen Sie Jobangebote, die Sie interessieren und gleichen Sie diese mit Ihrer Liste ab. So gewinnen Sie immer mehr Klarheit, was der neue Job Ihnen bieten soll und auf was sie gerne und gut verzichten können. Andererseits ist diese Liste als Wunschprofil eine perfekte Vorbereitung, wie Sie sich potenziellen Arbeitgebern gegenüber im richtigen Licht und aussagekräftig positionieren. Alles zusammengenommen haben Sie nun Ihre Alleinstellungsmerkmale erfasst, die sie als einen idealen Kandidaten beschreiben. Bleibt nur noch, die passende Position zu finden.

 

Schritt 3: Die Suche kann losgehen

Wahrscheinlich haben Sie Ihre Karrierevorstellungen nun nicht auf eine knackige Formulierung à la „Projektmanager Webapplikationen“ oder „Leiter Finanzen“ reduziert, aber einen für das Wesentliche geschärften Blick, mit dem Sie Jobangebote sichten können. Ihr Bauchgefühl sollte Sie nach wie vor leiten, aber gestützt durch obige Alleinstellungsmerkmale. Anforderungen aus einem Jobprofil kann man durchaus per Strichliste gegen das Wunschprofil abgleichen. Sie werden sehen, dass Ihre Selbstdarstellung in Anschreiben und Lebenslauf sehr viel aussagekräftiger wird und weitgehend ohne die klassischen Buzzwords auskommt.

 

Schritt 4: Bewerbungsgespräch

Wer vor einem Bewerbungsgespräch vor lauter Lampenfieber seine Stärken vergisst, kann sich die Liste der Alleinstellungsmerkmale in die Tasche stecken und sich auf dem Weg dorthin immer wieder ins Gedächtnis rufen. Das schärft den Blick, macht stark und lässt das Lampenfieber schwinden. So vorbereitet fällt es viel leichter, sich selbst mit fundierten Argumenten gut zu verkaufen, bis hin zu Gehaltsverhandlungen – der gesamte Bewerbungsprozess profitiert von dieser guten Vorbereitung.