Legalvisio GmbH 
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Legalvisio GmbH gegründet 2016 | < 10 Mitarbeiter | Handel

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Christian Solmecke: Wir haben Prozesse digitalisiert, die wir vorher für nicht digitalisierbar gehalten haben.
Christian Solmecke: Wir haben Prozesse digitalisiert, die wir vorher für nicht digitalisierbar gehalten haben.
Christian Solmecke erzählt die Gründungsgeschichte von Legalvisio:

Mit SternTV fing es an

Es fing damit an, dass unsere Kanzlei nach meinen ersten Fernsehauftritten als junger Interet-Anwalt in der RTL-Sendung SternTV im Oktober 2007 über Nacht von Anfragen überschwemmt wurde. Damals wurden massenhaft Eltern von Jugendlichen wegen illegaler Musik-Downloads über Internet-Tauschbörsen angezeigt. In der Sendung hatte ich mich gegen einen Anwalt der Musikindustrie scheinbar nicht so schlecht geschlagen. Denn am nächsten Morgen erhielt unsere Kanzlei fast 200 Mandatsanfragen, die wir in den folgenden Tagen abtelefonierten, was zu Mehrarbeit und Überstunden führte. Bei den Rückrufen blieb es nicht – die anschließenden Mandate brachten uns Fristen ein, die einzuhalten waren. Also machte unser Sekretariat Überstunden, schließlich wurden wir Anwälte zu Sekretariatsarbeiten in den Abendstunden herangezogen. In unserer Kanzlei war die Hölle los. Das war nur der Anfang; da sich unsere Kanzlei inzwischen einen Namen als Internet-Experten gemacht hatte, nahm der Strom an Anfragen zu. Wir schalteten ein Call Center ein, um die Flut an Anrufen zu bewältigen, versuchten unsere internen Prozesse zu optimieren und rüsteten das Sekretariat technologisch auf. Zwar verfügten wir über gängige Anwaltssoftware, die aber kompliziert und nicht intuitiv zu bedienen war und unsere Arbeit nicht wesentlich erleichterte.

Software statt Aktenbergen

2010 wurde ich Partner unserer Kanzlei, die nun „Wilde Beuger Solmecke“ hieß. Wir beschlossen, den Markt zu sichten, um eine für uns passende Software zu finden, die unsere Arbeit erleichterte. Die meiste Software war zu umständlich, teilweise sehr teuer und unflexibel. Also beschlossen wir, einen Webentwickler zu suchen, der unser Tauschbörsengeschäft digitalisierte. Wir fanden erfahrene Entwickler und binnen weniger Monate stand ein webbasiertes System, das die Schnittstelle zu unserer Anwaltssoftware darstellte. Das war ein Anfang, aber die bei Anwälten übliche Papierflut stellte unser nächstes Problem dar. Nahezu täglich war unser Kopierer defekt, weil wir ihm das Vierfache der gemieteten Druckleistung abverlangten. Unser Entwickler arbeitete fieberhaft daran, unsere Software um ein System zur Dokumentenanzeige zu erweitern. Damals mussten wir schmerzhaft erkennen, dass die Akquise, sondern auch die Abarbeitung digital erfolgen muss.  Als neben der Dokumentenverwaltung endlich auch der Versand von Schriftstücken aus unserer Software erfolgen konnte, war das ein Segen für uns. Schließlich blieb nur noch die Schnittstelle zum Gericht, die wir 2015 durch den digitalisierten Faxversand von Schriftsätzen schließen konnten.

Eine Lösung mit Zukunft

Dass wir so stark auf Digitalisierung gesetzt haben, hat sich später in der Redtube-Abmahnwelle und in der Frage des Hauskreditvertrag-Widerrufs für uns positiv bemerkbar gemacht.

2015 kam ich in Kontakt mit Jörg Haas von HW Partners, einem Bonner Investor, dem ich unsere Anwaltslösung vorstellte. Jörg war sofort begeistert, innerhalb von zwei Wochen war alles klar. Wir beschlossen, seine Cloud-basierte CRM-Lösung Scopevisio mit unserer Anwaltssoftware zu verheiraten und diese zu einer vollwertigen Cloud-basierten Kanzleimanagement-Lösung auszubauen. Damit war die Idee geboren, die wir heute mit Legalvisio umsetzen.

Jürgen Feichinger, technisches Urgestein von Legalvisio
Jürgen Feichinger, technisches Urgestein von Legalvisio
Jürgen erzält aus dem Alltag bei Legalvisio:

Ein turbulenter Start

Christian Solmecke kannte ich schon einige Jahre, denn im Studium hat er selbst Internetseiten entwickelt und als Startups erfolgreich an den Markt gebracht. Als er mich fragte, ob ich sein Tauschbörsengeschäft digitalisieren und ein webbasiertes System entwickeln könnte, sagte ich sofort zu. Die Anfänge waren ziemlich turbulent. Die Entwicklung lief meistens im Reaktionsmodus, denn die Zeit für eine konzeptionelle Phase fehlte. Aber das war den unglaublich großen Zahl von Mandatsanfragen geschuldet. Mit Legalvisio wird alles von Grund auf neu konzipiert und technisch umgesetzt. Als Cloudlösung ist es skalierbar, sicher und performant. Legalvisio ist ein Startup, wir arbeiten hier in einem Gebäude mit vielen Firmen in ähnlichen Situationen und haben eine sehr professionelle Umgebung. Mit unserer Schwesterfirma Scopevisio verbindet uns viel, nicht nur die gemeinsame Schnittstelle. Wir tauschen uns technisch aus, treffen uns in der Kaffeeküche oder gehen mittags gemeinsam essen.  

Als Freiberufler umgestiegen

Früher war ich Freiberufler und bin jetzt wieder fest angestellt. Den Umstieg fand ich nicht schwierig, sondern für mich vorteilhaft. Mein Arbeitstag ist geregelt, das Einkommen auch. In einem Startup einzusteigen, ist oft ein Risiko. Bei Legalvisio habe ich kein Risiko gesehen, weil ich die Vorläuferversion schon seit sieben Jahren kenne und ihren Erfolg erlebt habe. Mir macht es Spaß, Legalvisio zusammen mit meinen Kollegen bis zu einer marktreifen Cloud-Lösung auszubauen. Wir drei Entwickler haben jeder unser Spezialgebiet und teilen uns die Arbeit frei auf. Ich bin für das Framework zuständig, Lars kümmert sich vor allem um das Frontend und Lukas übernimmt dank seines juristischen Fachwissens all die Komponenten, die über die reine Entwicklung hinausgehen.

Komfortable Freiheiten

Meistens arbeiten wir drei Entwickler hier im Büro zusammen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, mal von zuhause aus zu arbeiten. Probleme lösen wir hier zusammen aber schneller. Ich glaube, dass wir alle drei hier genießen, dass wir nicht einfach nur Code erzeugen. Unsere Ideen geben Legalvisio seine Form, wir entscheiden über vieles im Team. Das klappt gut, auch wenn wir ganz unterschiedliche Menschen sind. An unseren Lebensgewohnheiten kann man das gut erkennen: Lars kommt gern ganz früh, ich lieber später. Ich arbeite auch lieber mal länger, um dann jeden zweiten Freitag früher Schluss machen zu können.  Auch unsere Mittagspausen-Gewohnheiten sind verschieden, aber das ist alles kein Problem.

Die Software Legalvisio wurde sieben Jahre lang zunächst auf einer Basis aus PHP und  PostgreSQL von der Kölner Anwaltskanzlei Wilde Beumer Solmecke entwickelt und bislang von über 300 Anwälten und Rechtsanwaltsfachangestellten genutzt. Aktuell wird die Software mandantenfähig umgebaut, so dass sie als kommerzielles Produkt am Markt auch anderen Anwälten angeboten werden kann. Schon der Vorgänger hat den Anwaltsalltag deutlich erleichtert. Was Legalvisio als Cloud-basierte Komplettlösung für Anwaltskanzleien leisten kann, zeigt dieses Video.

(c) Interviewtexte, Fotos und Video: Legalvisio GmbH, 2017